Bei Innichen wird das Tal heller und östlicher. Der Haunold steht darüber wie ein Wächter aus Kalk.
Das Pustertal zieht nach Osten, bis die Luft eine andere Klarheit bekommt. In Innichen liegen Stiftskirche, Gassen und Wiesen nah beieinander, und über allem steht der Haunold, nicht fern und unnahbar, sondern als tägliche Kante im Blick.
Hier ist der Morgen oft von einem fast blauen Licht. Es liegt auf den Dächern, auf den Feldern, auf den Wegen ins Sextental. Die Drei Zinnen gehören zu dieser weiteren Dolomitenregion, aber diese Geschichte bleibt beim Haunold und bei Innichen, bei dem, was im Pustertal selbst die Richtung vorgibt.
Wenn die Schatten aus den Seitentälern kommen, wird der Berg zuerst fremd und dann vertraut. So endet das Tal nicht, es öffnet sich weiter: nach Toblach, nach Innichen, zu Pässen und Wegen, auf denen Südtirol langsam in den Osten übergeht.