Im Martelltal wird die Strenge fruchtbar. Beerenfelder leuchten unter Bergen, die nichts von Milde behaupten.
Das Martelltal schiebt sich tief in das Ortlergebiet hinein, schmal, grün, plötzlich rot von Beeren und dann wieder grau von Fels. Es ist ein Tal der Gegensätze, aber nicht der Widersprüche. Alles gehört zusammen: die Arbeit der Hände, die Kälte der Nächte, das Wasser aus der Höhe.
Je weiter man hineinfährt, desto entschiedener wird die Landschaft. Höfe stehen wie festgenagelt am Hang, Bäche laufen hell und schnell, und über dem Tal liegt die Nähe der Gletscher. Die Süße der Beeren wirkt hier nicht weich, sondern erkämpft.
Am Abend färbt sich das Tal dunkel, und die Felder verlieren ihr Rot. Was bleibt, ist ein Gefühl von Widerstandskraft. Das Ortlergebiet zeigt sich hier nicht als Gipfelbild, sondern als Leben unter Bedingungen, die jeden Sommer kostbar machen.