Unterhalb der Alm liegen Kastelruth, Seis und Völs wie Vorworte. Von dort steigt man nicht nur hinauf, man wechselt die Zeit.
Kastelruth hat einen anderen Rhythmus als die Alm. Dort gibt es Plätze, Kirchturm, Stimmen, Fensterläden, den Alltag eines Dorfes, das nach oben schaut. Seis und Völs halten ebenfalls diesen Übergang: noch Tal, schon Schlern, noch Straße, schon Höhe.
Wer hinauffährt oder geht, merkt, wie die Geräusche dünner werden. Der Wald öffnet sich, die Luft wird kühler, und plötzlich liegt die Seiser Alm nicht wie ein Ziel vor einem, sondern wie eine andere Ordnung. Das Unten bleibt sichtbar, aber es bestimmt nicht mehr alles.
Am Abend kehrt der Blick zurück zu den Dörfern. Lichter erscheinen, klein und warm, während oben die Fläche auskühlt. So gehört auch das Unterhalb zur Alm: als menschlicher Klang unter einer sehr großen Stille.