Über der Stadt liegen Ritten und Kohlern wie kühlere Gedanken. Von unten sieht man sie als Versprechen von Luft.
Bozen hat immer ein Oben. Seilbahnen, Hänge und Wege erinnern daran, dass die Stadt am Boden liegt, aber nicht im Boden aufgeht. Nach Ritten steigt der Blick zu Höfen, Wiesen und weiterem Himmel; nach Kohlern zu Wald, Schatten und der alten Lust, der Hitze zu entkommen.
Der Schlern und der Rosengarten können aus der Ferne in den Blick treten, aber Bozens Geschichte bleibt im Verhältnis von Stadt und Rand. Die Berge sind keine Requisiten. Sie sind Zeugen, manchmal streng, manchmal fast unwirklich im Abendlicht.
Wenn die Lichter unten angehen, wirken die Höhen dunkler und näher. Bozen wird dann zu einem Becken voller Stimmen, und darüber liegt die Stille, die es braucht, um diese Stadt auszuhalten.