Der Tappeinerweg hebt Meran ein wenig aus sich heraus. Unten bleibt die Stadt, oben beginnt der Blick zu atmen.
Auf dem Tappeinerweg geht man nicht aus Meran fort, sondern über seine Schulter. Die Stadt liegt darunter mit Lauben, Dächern und Fluss, während am Hang mediterrane Pflanzen und alpine Luft einander berühren. Dieser Weg ist keine Flucht, sondern ein langsames Umschalten.
Der Blick findet Zenoberg, die Promenaden, die Linien der Täler und weiter oben die Texelgruppe. Alles scheint nah und doch geschichtet. Meran zeigt hier, wie sehr es von Übergängen lebt: Stein zu Blatt, Stadt zu Hang, Kurort zu Gebirge.
Am späten Nachmittag wird das Licht weich, aber nicht süß. Es bleibt an Mauern hängen, streift über Agaven und fällt dann zurück in die Straßen. Wer hinuntergeht, nimmt eine andere Stadt mit als die, aus der er aufgebrochen ist.