Im Frühling liegt ein helles Rauschen über Eppan und Kaltern. Die Blüte wirkt weich, doch darunter bleibt der Porphyr dunkel.
Überetsch beginnt oft mit einem Irrtum: Man hält die Landschaft für sanft, weil sie blüht. Zwischen Obstgärten, Weinbergen und Ansitzen liegt ein helles Versprechen, aber der Boden darunter ist alt und vulkanisch, die Mauern halten Wärme, und jeder Hang hat seine Ordnung.
Bei Eppan stehen die Dörfer wie helle Stufen im Gelände. Wege führen zu Höfen, zu Kellern, zu Burgen, und immer wieder öffnet sich ein Blick nach Bozen hinunter, nur als Nähe, nicht als Zentrum. Das Überetsch bleibt seitlich, ein eigener Balkon aus Wasser, Reben und Stein.
Wenn der Wind durch die Blüten fährt, fällt für Sekunden ein weißer Schnee ohne Kälte. Danach ist alles wieder genau: die Reihen, die Drähte, die dunkle Erde. Schönheit ist hier kein Zufall, sondern Arbeit mit Licht.