Die Montiggler Seen liegen im Wald wie zwei dunkle Augen. Wer vom Wein kommt, tritt hier in eine andere Temperatur.
Der Wald um Montiggl nimmt das Licht anders auf als die Weinberge. Er bricht es, kühlt es, legt es auf Wasser und Moos. Die Seen sind nicht groß, aber sie verändern die Geschwindigkeit des Gehens. Alles wird gedämpfter, sogar die Gedanken.
Zwischen den Ufern, Stegen und stillen Buchten zeigt das Überetsch seine zweite Seite. Es kann offen und sonnig sein, dann wieder schattig, feucht und fast verborgen. Diese Nähe von Rebe und Wald, von Ansitz und Biotop, macht die Region dichter, als sie auf den ersten Blick scheint.
Wenn am Abend Stimmen vom Wasser herüberkommen, bleiben sie im Grün hängen. Montiggl antwortet nicht mit Echo, sondern mit Tiefe. Das ist seine Art von Poesie.